Brauchen Roma einen Staat?
Sie wurden verfolgt, zwangsassimiliert oder abgeschoben, aus ihren Siedlungen vertrieben und von Staaten diskriminiert. Wer sich eine bessere Heimat sucht, muss mühsame, teure, bürokratische, teils absurde Forderungen erfüllen. Wer die falschen Papiere hat, gehört nicht dazu. Der Staat erscheint als Kontrollorgan und Geldmaschinerie. Die Menschen und Ihre “einfachen” Wünsche werden vergessen – soziale Strukturen, Freunde und Familie.
“Das Lied von der Ordnung”
Dass wir Hunger haben ist nicht wichtig,
Nebensache, dass wir betteln gehen,
Unsere Klagen weist man ab als nichtig,
Hauptsache: Die Ordnung bleibt bestehen.
Wer’s noch nicht gemerkt hat, mag’s jetzt hören:
Eine Ordnung gibt’s auf dieser Welt,
Sie ist da, damit wir sie nicht stören,
Und wir halten sie, weil sie uns hält!
Die Erde ist von Ost bis West,
Von Singapur bis Budapest,
Glänzend organisiert!
Dreißig Millionen gehen stumm
In Reih und Glied, vor Hunger krumm,
Wer nicht mehr gehen kann, fällt um,
Das klappt, als wär’s geschmiert!
Gibt’s zuviel Brot? Schießt sie tot!
Die Ordnung schuf der liebe Gott,
Wir frieren, krepieren in Tritt und Trott,
Die Ordnung funktioniert!